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Altes Rathaus

Seit 500 Jahren ist dieses Haus das Zentrum des politischen Lebens der Stadt und prägt den Marktplatz.
For 500 years this house has been the centre of the town’s political life and characterises the market place.

 

Altes Rathaus

 

Spätgotik

 

Das Alte Rathaus ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Fürstenwalde. Das heute denkmalgeschützte Haus wurde Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut. Auch wenn andernorts zu dieser Zeit die Renaissance ihre Blüte erreichte, handelt es sich bei diesem zweigeschossigen Gebäude noch um einen spätgotischen Rechteckbau aus Feldstein mit verputzen Backsteineinfassungen. Bemerkenswert sind die Zwillingsfenster mit den sogenannten Vorhangbögen. Die Westseite wird dominiert von einem stattlichen Rippenziergiebel, die Ostseite vom Turm und der sterngewölbten Gerichtslaube. Diese ist datiert auf 1511 und war früher nach drei Seiten hin geöffnet. Gericht wurde zu dieser Zeit unter freiem Himmel gehalten, damit der eventuell notwendige göttliche Zorn Meineidige direkt treffen konnte.

 

Rathaus 1896

 

Baugeschichte

 

Im Jahr 1624 wurde der Turm als Schmuckelement und zu Repräsentationszwecken angebaut. Damit konnte der Stadt- oder Kunstpfeifer mit seinen Gesellen und Lehrjungen zu bestimmten Tageszeiten und besonderen Anlässen wechselseitig vom Rathaus und vom Dom blasen. Zwischen 1805 und 1810 erfolgten am Rathaus dringend erforderliche Rekonstruktionsarbeiten, die sich aber in Folge der napoleonischen Befreiungskriege hinzogen. Hundert Jahre später wurde das Rathaus erneut renoviert und dabei im Stil der Neo-Renaissance gestaltet. 1937 riss man das benachbarte Hotel ”Deutsches Haus” ab und ersetzte es durch einen mit dem Alten Rathaus verbundenen Verwaltungstrakt, der im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Das Alte Rathaus erlitt dramatische Schäden, wurde jedoch ab 1961 liebevoll wieder aufgebaut. 1982 erhielt der Turm noch die markante Spitze, um sich dem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder anzunähern.

 

Rathaussaal

 

Sitzungssaal

 

Bis ins 19. Jahrhundert gab es im Rathaus nur den Sitzungssaal, ein Zimmer für Ortstermine und das Archiv. Erdgeschoss und Keller waren Wirtschaftstrakt mit Ratswaage und Ratskellerei. Mit der Stadtordnung von 1805 wurden Kommunal- und Gerichtsbehörden voneinander getrennt. Weil letztere aus dem Rathaus auszogen, konnte in den oberen Räumen ein Polizeigefängnis eingerichtet werden. Ende des 19. Jahrhunderts
hatten dann alle möglichen Einrichtungen vom Rathaus Besitz ergriffen. Der Hintereingang war Eingang der Städtischen Sparkasse, der Turmeingang führte in eine Korbmacherei und in den Nebengelassen hatten sich Kramläden eingemietet. Heute beherbergt das Alte Rathaus das Standesamt, das Ratszimmer, den Festsaal, der für Veranstaltungen wie Konzerte, Sitzungen und Versammlungen genutzt wird, sowie die Fürstenwalder Galerie.